3-fach-Beckenosteotomie


Direkt zum Seiteninhalt

26.09.2007

Stand der Dinge

26. September 2007



Leben ist Veränderung. Der Satz könnte von mir sein. Inzwischen lebe ich mit meinem Sohn wieder alleine. Es war wohl doch nicht nur die Operationszeiten die zur 1. Trennung geführt haben. Obwohl wir sicherlich auch sehr schöne Zeiten hatten und vorallem die Gefühle eigentlich noch da waren, haben wir uns Mitte Juli endgültig getrennt. Ein Glück scheinen wir auf dem Weg zu einer Freundschaft zu sein, nicht immer einfach, aber ich hoffe es gelingt uns.

Das ich diesmal so schnell wieder die Homepage von mir aktualisiert habe, liegt unter anderem daran, dass ich mal wieder mehr Zeit habe, als mir lieb ist und leider mal wieder nicht allzuviel mit der Zeit anfangen kann. Ursache hierfür ist ein Narbenbruch/Bauchdeckenbruch an meiner Op-Narbe von 2002, bzw. der ME von 2003. Jetzt beim Lesen aber bitte keine Panik, ich denke das dieses Riskio nach einer 3-fachen-Beckenosteotomie einen Narbenbruch zu haben sehr weit unter 1 % ist, ich kenne keine/n Einzige/n der diese Variante auch hat und dass obwohl wir ja inzwischen dank des Forums von Janine von sehr vielen, die operiert wurden etwas mitbekommen.

Bei mir hatte sich wohl die Narbe am Beckenkamm mit der Bauchdecke verklebt, was an sich wohl schon eher sehr selten der Fall ist. Da ich ja leider auch noch einiges Übergewicht habe und dazu scheinbar mit sehr schlechtem Bindegewebe ausgestattet wurde, konnte es in der Gesamtheit zu dem Bauchdeckenbruch/Narbenbruch kommen. Normaler Weise gibt es sowas nur nach Operationen im Bauchraum, wo die Bauchdecke eh direkt beteiligt war.
Im Prinzip war das ganze jetzt gar nicht so kompliziert. Ich bin diesmal in das Luisenhospital in Aachen gegangen. Zuvor hatte ich mit Dr. Linke in Dortmund telefoniert. Er meinte dass dies wirklich super selten wäre, er würde bisher selber keinen kennen, wo das so wäre und ich bräuchte nur in die Ambulanz nach Dortmund kommen, wenn die Ärzte in Aachen sich nicht sicher wären.

Die Ärzte in Aachen strahlten aber absolute Sicherheit aus und im Prinzip war es sogar für mich tastbar. Das etwas passieren musste, konnte man schon sehen. Ich hatte an der Stelle am Beckenkamm eine ziemliche Beule, in der irgendwas rumgluckste. Am 11. September 2011 hatte ich dann meinen Termin für die vorstationäre Untersuchung, noch nicht mal 2 Wochen nach der Diagnose, so schnell kann das gehen, wenn keine Wartezeiten da sind und ich hätte sogar früher einen Termin haben können, habe dann aber wie immer noch einiges organisieren müssen.

Für die Ärzte war ich anscheinend ein super interessanter Fall, ich selber fand das gar nicht so prickelnd. Der Begeisterungsanfall einer Ärztin, die wohl auch mal in der Orthopädie operiert hatte, belustigte mich dann aber schon, als sie die 3-Fache als Königsdisziplin bezeichnet wurde.

Nach den üblichen EKG, Blutabnahme Prozedere und einem Arztgespräch, ging es dann wie immer zu den Narkoseärzten. Nachdem die Anesthesistin mein ganzen Ops eingetragen hatte, hat sie nur noch gefragt ob ich noch irgend etwas wissen will und dann stand nach meinem Kopfschütteln im Formular "Patientin ist ausreichend informiert" so schnell kann das gehen.

Ich kann den ganzen bla bla eh nicht mehr hören. Danach durfte ich dann einfach noch mal wieder nach Hause fahren. Das war irgendwie sehr angenehm, da ich den Abend dann nicht schon in einem Krankenhaus verbracht habe, obwohl ich ja eigentlich noch nichts hatte, zumindest nichts Akutes.

Mittwochmorgen sollte ich dann um 6:45 Uhr auf der Station sein. Dank der nähe der Klinik bin ich dann ganz gemütlich, das erste Mal, mit einem Taxi ins Krankenhaus gefahren, eine ganz neue Erfahrung, Grins! Diesmal muss ich allerdings zugeben, war ich noch nervöser als bei allen bisherigen OP's zusammen. Das Problem war, ich hatte tierische Panik vor der Vollnarkose aufeinmal, bzw. die Risiken bei der Vollnarkose, irgendwie hatte ich diesmal das Gefühl, nicht das etwas bei der Narkose passiert, wo ich doch schon so einige Komplikationen hatte.

Ich muss aber sagen, dass im Krankenhaus, alle super freundlich waren und trotz der "Kleinigkeit" sehr verständnisvoll mit mir umgegangen sind. Leider musste ich dann bis 13 Uhr warten bis es runter in den Op-Bereich ging. Da am Vormittag schon 2 AIPlerinnen bei mir vergeblich versucht hatten Blut abzunehmen und in 3 verschiedenen Stellen rumgeprocklet hatten, habe ich dann im Vorbereitungsraum, darum gebeten, dass mir die Braunüle jemand legt, der das sehr gut kann. Bei meiner Metallentfernung im März diesen Jahres hatte sich da auch erst der Anesthesiepfleger und dann der Anesthesist versucht und auch er hatte es wieder nur nach prockeln geschafft.

Ich war erstaunt, wie gelassen darauf reagiert wurde und auch tatsächlich jemand anderes geholt wurde!!! Ich konnte allerdings auch meine 3 Pflaster vom vergeblichen Blutabnehmen vorweisen. Wenn ich ab 24 Uhr nichts mehr trinken darf, dann ist da Vormittags bei mir einfach nichts mehr zu holen. Na ja derjenige welche hat dann sofort beim 1. Mal stechen die richtige Stelle gefunden, was war ich erleichtert. Auch mit meiner Panik sind sie super umgegangen. Na ja und danach war alles eigentlich halb so schlimm! Beim Aufwachen hab ich wieder tausend Leuten erzählt ich könne meine Füße bewegen und weiß ich wie oft die gleiche Person gefragt ob ich jetzt ein Netz im Bauch (war angekündigt worden, dass dies sein könnte) hätte.

Die Ärztin erklärte mir dann am nächsten Tag, dass die Ränder des Durchbruches gut doppelt gelegt mit einem Faden der sich nicht auflöst genäht wurde, also sozusagen die Zwischenlösung zwischen normaler Naht und dem Einsetzen eines Netzes. Alles andere war für mich dann nur noch Routine, irgendwie hat die ganze Op-Erfahrung ja auch seine Vorteile. Das Ziehen der Drainage war wie immer dank kräftigem Einatmen und Mithusten überhaupt kein Thema und auch alles andere war eher ein Klacks und ich war dann Sonntags am 4. Tag nach Op ab Mittags wieder zu Hause.

Erstaunt war ich darüber, dass die Naht von außen geklammert wurde, immerhin auf ca. 15 cm verteilt über 20 Klammern. An den Klammern zwickte und zwackte es so einiges, aber das wurde mir erklärt sei normal. Gestern sind jetzt die Klammern herausgekommen und auch da ziepte es wieder einiges. Meine erstaunte Frage warum geklammert wurde, konnte mir mein Hausarzt aber gut erklären, dass dies eigentlich identisch mit dem Nähen ist, wobei die Reizreaktion die ich an den Klammerlöchern hatte bei Fäden mindestens genaus gewesen wäre, da gerade die Spannung unter der die Klammern, bzw. die Fäden stünden, dafür sorgen würden und das Ziehen der Klammern eher angenehmer ist als beim Fädenziehen auf der Länge der Naht sowieso! Die Narbe wurde übringes wieder an die gleiche Stelle palziert und ca. 15 cm der Narbe der 3-fachen bzw. ME wurden Richtung Leiste wieder aufgemacht und bisher sieht es so aus, dass durch das Klammern die Narbe viel schöner wird als vorher, vorausgesetzt man sieht die ganzen Klammerlöcher dann nicht mehr!

Na ja jetzt sind die Dinger raus und ich werde auch ab nächsten Montag wieder arbeiten gehen können. Es ziept auch jetzt noch so manches Mal an der Narbe, muss sich wohl alles noch was mehr entspannen. Die nächsten 3 Monate darf ich jetzt nicht mehr wie 5 Kilo heben, aber in 1 1/2 Wochen kann ich schon langsam wieder mit Sport anfangen, der die Bauchdecke nicht zu sehr belastet. Alles in allem also erträglich, da ich dann in 2 Wochen wieder Tanzen kann. Mit dem Heben soll ich auch auf Dauer mehr aufpassen. Ich denke mal dass der Bruch entgültig durchkam, als ich hier nach dem Auszug von meinem Ex-Freund einige Möbelstücke hin und her gewuchtet habe. Das Loch selber sei wohl nach und nach größer geworden und wäre ohne Op eben auch weiterhin immer größer geworden. Immerhin war es jetzt schon ungefähr ein Hühnerei großes Loch.

Mmmh vielleicht noch interessant, meine Hüften machen eher selten Stress, zu ca. 90 % bin ich links schmerzfrei, auf der rechten Seite sind es ca. 80% Also immer noch eine deutliche Verbesserung gegenüber der Zeit vor den ganzen Ops (90% Schmerzen rechts vor Op und 70% Schmerzen links vor Op). Meine Fußheberschwäche ist zwar nach wie vor noch vorhanden, aber wesentlich gemildeter und ich komme inzwischen ganz gut damit klar. Der Wechsel jetzt in die Zeit der geschlossenen Schuhe wird sicherlich wieder gewöhnungsbedürftig, hatte ich doch die letzten Monate trotz Deutschlandsommer fast ausschließlich leichte Sandalen an.

So Ihr kennt das schon, liebe Grüße aus dem schönen Aachen bis zur nächsten Aktualisierung. Diemal hab ich übrigens auch noch einen Bereich eingfügt, mit einigen Tips wegen der Klinikauswahl. Falls noch irgendwas bisher ganz fehlen sollte, bitte wie immer per Mail einfach mal anfragen. Ansonsten noch vielen Dank für die immer wieder positiven Rückmeldungen über meine Homepage, ich denke mal für mich ist sie inzwischen auch ein bisschen so etwas wie eine Verarbeitungsmöglichkeit geworden.

Ciao
Angelique





Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü